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Neues aus der AIDS-Forschung
Dem HI-Virus fallen jedes Jahr mehr als 2 Millionen Menschen weltweit zum Opfer. Die WHO geht von weltweit etwa 33 Millionen Menschen aus, die sich bisher mit HIV infizierten. Seit 1996 sinkt die Zahl der Neuinfektionen.
Antikörper entdeckt
Seit über 25 Jahren versuchen Forscher dieser Krankheit Einhalt zu gebieten, jedoch ohne nennenswerte, erfolgversprechende Ergebnisse. Jetzt ist es US-Forschern erstmals gelungen, einen Antikörper abzukapseln, der die Infizierung durch den HI-Virus verhindern könnte. Dieser Antikörper mit der Bezeichnung HGN 194 wurde im Blut eines HIV-Patienten entdeckt und isoliert. Der Antikörper HGN 194 wurde einem Makaken-Affen appliziert. Danach wurde das Versuchstier mit mehreren HIV-Subtypen infiziert. Durch die Verabreichung des Antikörpers HGN 194 fand keine weitere Infizierung des tödlichen Virus mehr statt.
Antikörper HGN 194
Der Antikörper HGN 194 greift dabei die sogenannte V3-Schleife an. Diese Schleife sitzt an der Oberfläche des Virus und ermöglicht diesen, sich in die Zellen des menschlichen Genoms festzusetzen. Dort wird das Erbgut des HI-Virus in die menschliche Zelle eingebaut, welche die Infizierung ermöglicht. Zum ersten Mal in der Geschichte der Aidsforschung konnte nachgewiesen werden, dass der Antikörper HGN 194 einen wirksamen Schutz gegen den HI-Virus des Typen 1 bietet.
Forscher unterteilen den Virus in zwei Typen. Der Typ 1 ist für über 90 Prozent der weltweiten Pandemie verantwortlich, da es weitaus ansteckender und aggressiver als der Typ 2 ist. Die beiden Virustypen unterscheiden sich kaum in ihrer Gestalt. Der Unterschied der beiden Typen besteht lediglich in deren Erbmaterial, aber beide Typen können die Immunschwächekrankheit Aids auslösen. Infolgedessen könnte erstmals ein Antikörper in Form eines Impfstoffes hergestellt werden, der die Infizierung mit dem HI-Virus größtenteils verhindern könnte.
Problematik bei der Herstellung des Impfstoffes
Trotz des Erfolges traten zwei Probleme auf, welche die Wissenschaftler bis jetzt nicht lösen konnten. Der Antikörper HGN 194 ist nur eine gewisse Zeit im menschlichen Körper aktiv. Demzufolge kann dieser Antikörper nicht als Serum verabreicht werden, um einen stabilen Schutz zu gewährleisten. Es müsste ein Impfstoff hergestellt werden, der das körpereigene Immunsystem anregt, diesen Antikörper selbst zu produzieren. Dazu wäre ein spezielles Design im Impfstoff nötig, welches die V3-Schleife des HI-Virus selber erkennt, um effektiv arbeiten zu können und das HI-Virus zu zerstören.
Das zweite Problem ist die Charakteristik der V3-Schleife. HI-Viren haben die Eigenschaft, dass sie sich sehr schnell verändern können und so eine andere Form annehmen können. Im Besonderen weist die V3-Schleife, die ein Teil des HI-Virus ist, eine hohe Fähigkeit auf, zu mutieren. Dadurch ist es um ein Vielfaches schwieriger, einen geeigneten Impfstoff herzustellen, der langfristig auf die HI-Viren einwirkt und so die Immunschwächekrankheit Aids effektiv zum Stillstand bringt.
Fotoquelle: Alexander Raths – Fotolia.de











