Suchen
Wo kommen gefälschte Präparate her und wie gefährlich sind sie?
Stete Fortschritte in der Arzneimittelforschung steigern die Behandlungsmöglichkeiten für zahlreiche, schwer zu behandelnde Krankheiten. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Formen von Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder verschiedene Infektionen. Aber auch selten auftretende Leiden sind voraussichtlich in den nächsten Jahren durch beständige Forschung so behandelbar, dass Beschwerden und Schmerzen gelindert werden und somit die Lebensqualität erhöht wird.
Gesunde Skepsis kann Leben retten
Das ein oder andere Medikament wird ohne Zweifel bisweilen benötigt, um den einwandfreien Gesundheitszustand wieder herzustellen. In den letzten Jahren ist allerdings Vorsicht beim Kauf von Medikamenten, insbesondere übers Internet, geboten. Immer mehr gefälschte Präparate werden unerkannt verkauft. Das kann fatale Folgen für den Patienten haben, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können.
Gesundheitsgefährdende Auswirkungen nach Einnahme der Plagiate
Als gefälschte Präparate werden in erster Linie die Totalfälschungen bezeichnet. D.h. Inhaltsstoffe, Verpackung, Verpackungsinhalt und -anzahl stimmen mit dem Original nicht überein. Teilfälschungen sind jedoch nicht minder gefährlich. Es gibt verschiedene Varianten von Teilfälschungen. Es können sich die richtigen Medikamente in der falschen Packung befinden oder umgekehrt. Die Arznei wird ohne Beipackzettel geliefert. Die Wirkstoffmenge weicht von der nötigen Ration ab. Es sind weniger Tabletten in der Verpackung enthalten als in der Originalausgabe. Gefälscht wird mittlerweile alles. Von Antibiotika und Schmerzmittel, bis hin zu Krebsmitteln und Diabetesmedikamenten. Auch Verhütungsmittel stehen im Fokus der Fälscher. Die gesundheitlichen Folgen für die Patienten sind erschreckend. Durch fehlendes Fachwissen werden die Präparate unsachgemäß abgemischt und sind im besten Fall minderwertige Kopien. Die Wirkstoffe sind entweder zu hoch oder zu gering dosiert oder gar nicht enthalten. Teilweise beinhalten diese Produkte sogar giftige Zusammensetzungen. Es können Herzrhythmusstörungen auftreten. Bei Verhütungsmitteln kommt es zu ungewollter Schwangerschaft. Bei Antibiotika verlängert sich der Krankheitsverlauf dramatisch oder die Erreger werden resistent.
Der kriminelle Handel hat Hochkonjunktur
Im Internet gibt es mittlerweile unzählige Apotheken, über die jegliches Präparat erhältlich ist und bequem nach Hause geliefert werden kann. Aber ob der Patient auch wirklich das bekommt was er erwartet ist nicht gewährleistet. In den sogenannten industrialisierten Ländern liegt der Handel mit gefälschten Medikamenten unter einem Prozent. In den weniger industrialisierten Ländern wie Afrika, Asien oder Südamerika dagegen nimmt der Handel bereits zehn bis dreißig Prozent des Gesamtkonsums ein.Trotzdem sollte der Konsument auch hierzulande skeptisch und aufmerksam beim Kauf von sein. Der Ladenverkauf birgt zwar weniger Gefahren, aber auch dieser kann leider nicht vor künstlichen Präparaten schützen.
Hinweise zur Beachtung
Gefälschte Präparate sind für den Laien nicht erkennbar. Selbst Experten haben ihre Schwierigkeiten solche Arzneimittel mit Sicherheit zu enttarnen. Ein Fingerzeig kann die Verpackung sein, sollte sie ein anderes Aussehen als gewöhnlich aufweisen. Seriennummern und Verfallsdaten, die in jedem Fall auf der Verpackung erscheinen müssen, sind zu beachten. Lose verpackte Medikamente oder solche, die keine Beipackzettel enthalten, sollten nicht gekauft werden. Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken verteilt Gütesiegel an vertrauenswürdige Versandapotheken. Dieses ist meist schon auf der ersten Seite einsehbar.
Bild: Robert Kneschke