Suchen
Wie wirkungsvoll sind Nahrungsergänzungsmittel?
Magnesium, Calcium, Vitamin C – all diese Stoffe sind Beispiele für Nahrungsergänzungsmittel, wie sie in jedem Supermarkt zu finden sind. Das Angebotsspektrum ist unübersichtlich groß. Doch was steckt genau hinter diesen Produkten? Wunderpille oder Gesundheitsgefahr? Und wann sollte das täglich Brot tatsächlich ergänzt werden?
Achten Sie auf die Lebensmittelvielfalt
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ein Regelwerk für eine vollwertige und ausgewogene Ernährung verfasst. Dabei hat sie sich auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt. Um sich vollwertig zu ernähren, sollte die Lebensmittelvielfalt genutzt und eine nährstoffreiche aber energiearme Abwechslung auf den Tisch gebracht werden. Getreideprodukte aus dem vollen Korn und Kartoffeln sollten häufig auf dem Speisezettel stehen. Der Verzehr von Fleisch sollte auf rund ein halbes Kilogramm pro Woche beschränkt werden. Eier gehören in Maßen und Fisch ein- bis zweimal pro Woche auf den Tisch. Milchprodukte sollten täglich verzehrt und die Menge fettreicher Speisen deutlich reduziert werden. Der Koch sollte pflanzliche Öle und Fette vorzuziehen, wenig Salz und Zucker verwenden und die Speisen mit möglichst niedrigen Temperaturen zubereiten.
Nehmen Sie sich Zeit
Zu einer vollwertigen Ernährung gehören allerdings nicht nur die Zutaten sondern auch das Drumherum. So empfiehlt die DGE, sich Zeit fürs Essen zu nehmen, dabei reichlich zu trinken, es ansehnlich herzurichten, Spaß beim Genuss der Vielfalt und der Gesellschaft zu haben – aber auch sich körperlich zu bewegen. Eine Stunde täglich reicht dabei schon aus. Und was ist mit Obst und Gemüse? Die DGE sagt, “5 am Tag”. Soll heißen, fünf Portionen am Tag ist “das Beste, was Sie für Ihre Gesundheit tun können.” Wer nach den Regeln der DGE lebt und kocht, ernährt sich also gesund, vollwertig und ausgeglichen. Schaut man sich die Inhaltsstoffe der empfohlenen Zutaten genauer an, sieht man, dass dies zum großen Teil Stoffe sind, die als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden. Stellt sich die Frage, warum das Angebot an ergänzenden Tabletten und Kapseln so groß ist – reichen die Mineralien, Vitamine und Spurenelemente in den Lebensmitteln etwa nicht aus?
Nur selten ist eine Einnahme wirklich notwendig
Die Bundesanstalt für Risikobewertung (BfR) sagt, “doch” – für diejenigen, die sich ausgewogen ernähren, sind Nahrungsergänzungsmittel in der Regel schlichtweg überflüssig. Auch können diese Produkte eine ungenügende Ernährung nicht ausgleichen. Wer sein schlechtes Gewissen mit ergänzenden Vitaminpillen kompensieren möchte, kann viel Geld sparen. Nahrungsergänzungsmittel bieten nicht annähernd die Nährstoffvielfalt, wie sie beispielsweise eine Kartoffel bietet. Auch dem täglichen ritualisierten Speisen mit großer Freude und Gesellschaft wird man damit keinesfalls gerecht. Es gibt wenige Ausnahmen, in denen die Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungen sinnvoll ist. Beispielsweise wird Schwangeren häufig die Einnahme von Folsäure empfohlen. Die zusätzliche Zufuhr des Vitamins verhindert in diesem Fall häufig schwere Schäden am Kind. Eine andere sinnvolle Nahrungsergänzung ist laut DGE das mit Jod und Flourid versetzte Speisesalz.
Nahrungsergänzungsmittel sind nicht immer ungefährlich
Nahrungsergänzungsmittel in Eigenregie einzunehmen, kann zudem nicht ganz ungefährlich sein. Auch wenn diese Produkte offiziell Lebensmittel und keine Arzneimittel sind, können Mineralstoffe und Vitamine in zu hohen Dosen nachteilige gesundheitliche Wirkung haben, so die BfR. Aus diesem Grunde werden für diese Stoffe voraussichtlich Höchstmengenregelungen in der Europäischen Union zukünftig eingeführt. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine ausgewogene Ernährung nach den Regeln der DGE ausreichend ist und es nur wenige vernünftige Gründe für einen sinnvollen Einsatz von Nahrungsergänzungsmittel gibt. Im Zweifel sollte auf eine Einnahme eher verzichtet oder ein Arzt um Rat gefragt werden.
Bild: Michael Tieck – Fotolia.de